Column: the curiosity of fashion: Charisma

Von Kathrin Eckhardt

„Was ist gerade «in»?“ fragte mich neulich ein Bekannter, der mich meines Berufes wegen in die Stilberaterinnen-Schublade steckt und so gerne wissen möchte, was gekauft werden darf und was nicht. Ich mag diese Frage nicht. Nicht, weil ich für den Kerl kein Verständnis hätte, denn es ist ok, dass sich nicht jeder für Mode interessiert. Mich stört an der Frage das unmündige Getue.

Mit der Mode verhält es sich wie folgt: jede Saison gibt es bestimmte Trends von Farben, Silhouetten, Schlüsselstücken (Key-Pieces), die den aktuellen Zeitgeist widerspiegeln. Gerade sind das Mustermix, Frauen in Anzügen, Männer in Rocker-Kluft etc. um nur ein paar wenige Trends zu nennen. Denen kann man sich beugen oder auch nicht. Die Designer selbst lassen sich aber von Abweichungen der Norm für die kommenden Saisons inspirieren. Sie machen Kleider wieder zur Mode, die längst vergessen gingen oder transformieren scheinbar Hässliches in Begehrenswertes. Deshalb kann alles getragen werden, was nicht bedeutet, dass es auch in Mode ist, aber es könnte in Mode kommen. Die Hauptsache dabei ist, dass man seine Garderobe mit Überzeugung trägt.

Wer dem Zeitgeist entsprechen will oder ein kleines Stück voraus sein will, muss an seinem Charisma arbeiten. Die Haltung des Trägers bestimmen, wie die Kleider wirken. Mit dieser Einstellung gibt es auch keine Tabus im Schrank. Und deshalb sollte man niemals behaupten, Schlaghosen, Cowboystiefel oder vielleicht Volkloregilets seien «out». Alles kann getragen werden, solange man weiss, wer man ist und wer man sein möchte. Deshalb sagte ich meinem Bekannten: “Charisma ist „in“ Mode.“

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