column: the curiosity of fashion: moustache

kathrin cov1 column: the curiosity of fashion: moustacheAm 14. Juni des letzten Jahres rief die Politik auf, ein Zeichen zu setzten. Für die Gleichstellung der Frauen und Männer trugen Politiker und Prominente aus der Schweiz einen Schnurrbart oder liessen ihn per Fotoshop montieren. Schnurrbart bedeutet in der Politik also Gleichstellung. Die Financial Times Deutschland schrieb sogar einst: „Mit einem Schnauzbart scheint das Managerleben leichter.“ Das Thema ist aktuell und wird auch von der Modewelt nicht ignoriert.

Im Zürcher Nachtleben, wo die Hipster auf die Fashionistas treffen, ist der Schnurrbart als lustiges Accessoire angekommen. Und schon die Künstlerin und Stilikone Frida Kahlo trug einen, allerdings war der echt und nicht ironisch gemeint. Ich kümmere mich gerade darum, dass ich nie einen Damenbart bekomme und bin froh, noch keine Anzeichen davon zu haben. Allzu präsent ist mir der Wachsunfall meiner Freudin, die statt die Haare an der Oberlippen zu entfernen, gleich die Haut mitriss. Das war nicht schön.

Ich probiere selbst aus, wie es ist, einen Schnurrbart zu tragen, indem ich mir einen anmale. Die dicke Schicht Kajal juckt mich auf der Oberlippe. Aber vielleicht ist das nur Einbildung, weil ich mein weibliches Dasein sehr schätze. Lustig ist es allemal, sich ein bisschen wie ein Mann zu fühlen. Und es erinnert mich an die alljährliche Fasnacht, die bei urbanen Menschen schrecklich verpönt ist. Nun fällt es mir wie Schuppen von den Augen: der Schnurrbart in den Katakomben der Zürcher Nachtklubs ist ein bisschen Fasnacht für die Stadtkinder. Es ist eben doch lustig, sich nicht immer so schrecklich ernst zu nehmen.

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