Column: the curiosity of fashion: fantastic plastic

KATHRINGROSS Column: the curiosity of fashion: fantastic plasticAnlässlich der Ausstellung «Festival des Métiers» verriet Hermès letzte Woche einige ihrer Verarbeitungsgeheimnisse im EWZ Selnau der Öffentlichkeit. Die Herstellung der berühmten Hermès Kelly Tasche bleibt ein Geheimnis, denn zu sehen war bloss ein junger Mann mit einer Nadel, ohne Fingerschutz, der ins Leder stach. Es wäre auch nicht besonders geschäftstüchtig, das umsatzsteigernde Geheimnis einfach so zu verraten.

Doch selbst Hermes nutzt nicht nur natürliche Materialien. In einer Pariser Vintage-Boutique stiess meine Sammler-Quelle auf einen Kelly Bag aus Plastik von 1998 mit der Aufschrift „un voyage au pays des merveilles“. Plastik und Hermès, denkt sich manch ein Kenner, das passt nicht zusammen. Plastik ist weder traditionell noch luxuriös und hat mit dem Hause Hermès nicht einmal die Verpackung gemein.

Doch Plastik bietet Qualitäten, die dem Leder verborgen bleiben – die Durchsichtigkeit beispielsweise. Alles was man in diese Tasche packt, wird offen durch die Welt getragen. Und wenn wir schon bei der Welt angekommen sind, die Aufschrift bedeutet „eine Reise ins Wunderland“. Ein Land, das nur in der Fantasie existiert, künstlich hergestellt – wie der Plastik.

Hält man die Tasche gegen den Himmel, ist man dem Wunderland ein kleines Stücken näher. Der Himmel schimmert plötzlich orange und die Wolken verwandeln sich in Zuckerwatte. Hermès verliert durch die Plastik-Kelly kein bisschen am edlen Image, denn ist es nicht Luxus für einen kurzen Moment in eine fremde Welt einzutauchen?

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