Milla Jovovich in Milano : Action vs. Girlie Girl

Milla Jovovich steht für Action, Wunderkräfte und ausserirdische Sprechcodes. Sie wirbelt durch die Lüfte und schiesst ihren Feinden das Hirn aus dem Kopf. Milla ist stark und wild, wie die Wellen des Ozeans, wenn sie an die Klippen schlagen oder ein Hurrikan, der Häuser in die Luft fliegen lässt. Auch Campari sprang für den Kalender 2012 auf das bestehende Image der Draufgängerin auf. „It’s the end of the world, baby!“ heisst der Titel des diesjährigen Kalenders, der vom französischen Fotografen Dimitri Daniloff realisiert wurde. Die Bilder sind höchst inszeniert, künstlich und manipuliert, so wie es Daniloff auf seinen Fotos mag. So wie man die Szenen auf Mutter Erde niemals antreffen würde. Die Thematik des Kalenders ist das Jahr 2012 als Wendepunkt unser aller Leben. Der Mayakalender geht dann zu Ende und unzählige weitere Kulturen prophezeien uns genau das: the end of the world. Doch möchte Campari keine ganz so düstere Zukunft voraussagen, das Kalenderthema soll PR-tauglich: „the beginning of something better“, sein. Und die Heldin darin, die Botschafterin des Guten, ist Milla Jovovich. Milla verkörpert die Wunderfrau die einmal zur Welle, zum Vulkan oder der Göttin einer Wüstenlandschaft wird. Milla das Mädchen, das bereits mit 16 Jahren den berühmten Regisseur Luc Besson heiratete, das Mädchen, das mit elf Jahren von Richard Avedon als Model entdeckt wurde und schon führ, vielleicht allzu früh, in die Welt des Showbiz, der Mode und der Filmindustrie eintrat. Aber wer ist diese Frau Jovovich? Ist sie wirklich stark wie ein Hurrikan und unbesiegbar wie ein Tsunami?

Wir sitzen am Roundtable der Bloggerrunde in Mailand. Milla betritt den Saal im Four Seasons Hotel, die Fotoapparate werden gezückt, das Blitzlichtgewitter beginnt. Das Gesicht von Milla verwandelt sich in eine perfekte Maske, die stets lächelt, stets freundlich kuckt. Die rechte Schulter hat sie etwas nach vorne gedreht, sie schaut in die Kameras, nimmt eine gerade Haltung ein. Milla Jovovich parkiert ihre Prada Handtasche auf dem Tisch, so dass auch diese unverkennbar ihren Platz auf den Bildern findet. Sie weiss, wie sie sich in solchen Momenten zu verhalten hat. Die Schauspielerin ist die perfekte Projektionsfläche für eine Superheldin. Und seriös wie ein Dr. Professor Solala beantwortet sie die vielen Fragen. Je länger man ihr zuhört, je länger man ihr perfektes Gesicht studiert, wird einem klar; she’s just a girl. Milla mag am liebsten Campari Orange: „I like sweet drinks“, und ihr Lieblingsbuch ist das neue Buch des Designers Pucci. Das Model ist ganz in Prada gekleidet und bewundert Miucca Prada: „she’s so inspiring and such a strong women“. Schliesslich: „I am a girlie girl“, gibt Milla offen zu. Ihr liebstes Bild im Kalender ist die Welle, vielleicht weil dort so viel edler Stoff verarbeitet wurde (40 feets), wie sonst auf keinem anderen Bild. Befragt man Milla Jovovich zur Mode, glaubt man ein ehrliches Strahlen in ihren Augen zu erkennen. Sie erzählt, dass sie all ihre Kleider für ihre Tochter aufbewahrt und die Kleider des Ehemanns zu ihren eigenen Gunsten im Schrank etwas zur Seite stösst. Sie sammelt antike, alte Kleider, liebt Stoffe und Muster. „I never get enough of fashion and cloths“, sagt sie. Und Milla bedauert, dass ihre Grossmutter alle Kleider der Mutter weggeworfen hat, die sie in Russland noch eigenhändig herstellte, inspiriert von den grossen Modezeitschriften aus dem Ausland.

Wer Milla Jovovich wirklich ist, weiss vielleicht nicht einmal sie selbst. Sicher ist, dass Superheldinnen nur auf der Leinwand existieren und Tsunamis nur im Campari Kalender unbedrohlich sind.

Milla Jovovich ist auch nur ein Mädchen, das Kleider liebt und über alles ihre Tochter. Und manchmal hat sie das Privileg unbesiegbar zu sein.

Von Kathrin Eckhardt

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Foto Milla Jovovich in Milano : Action vs. Girlie Girl

 

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