
Coco Chanel borgte sich als junge Frau Hosenanzüge und Hemdkragen bei ihren Geliebten und besuchte darin Pferderennen und Gala-Dinners. Dass wir Frauen Kleidung aus der männlichen Garderobe für die eigene adaptieren, ist also nix Neues. Neuer aber ist die Erscheinung, dass sich Männer die Kleider aus dem Schrank ihrer Frauen nehmen. Ich sehe dutzende Kerle in T-Shirts mit V-Ausschnitt, deren „V“ nicht etwa auf Höhe des Schlüsselbeins zusammentrifft, sondern ihre Männerbrust, inklusive Haare und sichtbaren Trainingseinheiten, hervorblitzen lassen. Bis anhin gehörte das Decoltée den Frauen, offensichtlich ändert sich das. Zudem ist heute von hinten kaum mehr zu erkennen, ob Mann oder Frau vor mir steht, denn die Männer tragen nicht nur tief ausgeschnittene T-Shirts, sondern auch lange Haare, die sie gelegentlich zu einem Dutt zusammenbinden oder enge Röhrenjeans mit weiten Jacken darüber – genau wie wir Frauen.
Auch auf dem Pariser Laufsteg ist die Verweiblichung der Männergarderobe zu beobachten. Jean Paul Gaultier hat diesen Herbst/Winter seine männlichen Models in Röcke und Netzstrumpfhosen gesteckt und den langhaarigen unter ihnen Wellen verpasst. Ob es nun gefällt oder nicht, eines ist sicher: Das ist nur gerecht! Wenn wir den Männern die Mode klauen, weshalb dann nicht auch umgekehrt?


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Auch auf dem Pariser Laufsteg ist die Verweiblichung der Männergarderobe zu beobachten. Jean Paul Gaultier hat diesen Herbst/Winter seine männlichen Models in Röcke und Netzstrumpfhosen gesteckt und den langhaarigen unter ihnen Wellen verpasst. Ob es nun gefällt oder nicht, eines ist sicher: Das ist nur gerecht! Wenn wir den Männern die Mode klauen, weshalb dann nicht auch umgekehrt?
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