Column:The curiosity of fashion:Intellectual Glasses

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Ich spazierte im Rieterpark, als zwei Gestalten mit runden, schwarzen Brillen meinen Weg kreuzten. Die Brillenmodelle waren dieselben, welche die Schweizer Modedesignerin Christa de Carouge seit Jahrzehnten trägt. Bestimmt haben die Gestalten eben im Museum die Ausstellung „Mystik – die Sehnsucht nach dem Absoluten“ besucht.

Es soll hier nicht um die Ausstellung, sondern um die Brillen gehen. Sie sind ein starkes Statement. Wer sie trägt ist Schriftsteller, Philosoph, intellektueller Modedesigner oder einer, der gerne eines der drei Dinge sein möchte.

Die Brille verrät noch mehr über ihre Träger. Sie sagt: „ich denke mehr übers Leben nach, als andere und fülle scheinbar Sinnloses mit wertvollen Inhalten.“ Die runde, schwarze Brille ist das Zeichen der Intellektuellen.

Sie hat gute Chancen die Nerd-Brille abzulösen. Die Brille mit dem dicken, eckigen, übergrossen Rahmen wurde zunächst von Architekten und Grafikern getragen, dann von Fashionistas. Sie stand für verführerische Hässlichkeit und attraktive Biederkeit. Frauen und Männer, die diese Brille trugen, gaben der Welt zu verstehen: „hey ich kann es mir leisten mein Gesicht zu verwüsten“. Heute, fast drei Jahre nach dem Trend wirken die Brillen oft nur noch lächerlich. Denn alle tragen sie, die Verkäuferin, die Sekretärin, der Banker und die Möchte-Gern-Fashionistas.

 

Die Mode ist manchmal sehr einfach gestrickt. Man kauft sich ein Accessoire mit Statement und ist plötzlich, was man immer sein wollte. Zu hoffen bleibt, dass die runde Intellektuellen-Brille mit Inhalt gefüllt bleibt. Es wäre zu schade Christa de Carouge’s Markenzeichen in lächerlichem Licht zu sehen.

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