column: The curiosity of fashion: New Arab Style

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Fernab unserer Breitengrade hängen in den Schränken der Männer lange, weisse Gewänder. Der Schnitt ähnelt den Nachthemden meiner Grossmutter. Die Rede ist von der Dishdasha, die hauptsächlich in der arabischen Welt getragen wird. Das weisse Gewand reicht bis auf den staubigen Sandboden, hat lange Ärmel und lässt die Männer elegant durch die Wüste wandeln. Männer mit mystischen Augen und gebräunter Haut werden so zu interessanten Fabelwesen, deren Postur unter dem weissen Stoff nur erahnt werden kann.

Die jüngere Generation trägt gerne auch, was der Westen trägt. Die USA, fette Autos, 2Pac und 50 Cent sind ihre Vorbilder. Zumindest die Vorbilder einer bestimmten Subkultur, der ich vor einem Jahr das erste Mal in Sharm El-Sheikh begegnet bin. Das widerspiegelt sich auch in der Kleidung der jungen Männer. Es gilt: East meets West. Über der Dishdasha werden dicke Bling-Ketten getragen, Dollarzeichen mit Strasssteinen hängen an Goldketten und die traditionelle Kufiya, besser bekannt als Arafat-Tuch, wird zu einem Turban gebunden, statt offen über dem Nacken getragen. Baseball-Caps und Nike Air Max passen ebenfalls zum Street-Style der Sharm El-Sheikh-Jugend.

Globalisierungs-Gegner mögen sich über den Stilmix ärgern, denn wieder beeinflusst der starke Westen den Osten und verdrängt Lokales. Ich aber sehe darin etwas Positives: Tradition trifft auf die Nachahmung der westlichen Helden und beides findet gleichermassen Ausdruck in der Bekleidung. Es entsteht eine neue Kleidungsform aus dem Kulturen-Mix. Und das ist Balsam für meine Augen, die gerade tagein tagaus die immer selben grauen Mäntel auf der Strasse sehen.

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